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27.11.2014 : 19:09

Entwicklung eines Weltraumfahrstuhls

Konstruktionsentwurf des Weltraumfahrstuhls (2006)

 

Eine direkte Verbindung mit einem Aufzug ins Weltall - dieser Aufgabe stellte sich ein Team aus dem Ruhrgebiet zusammen mit einem NASA-Experten aus Californien. Die positive Zusage des amerikanischen Kollegen und NASA-Wissenschaftlers Professor Mirmirani, vom Department of Mechanical Engineering an der California State University (Los Angeles), erhielt Professor Mache Ende April, die er für die Unterstützung der Prototyp- entwicklung eines Weltraum- aufzuges gewinnen konnte.

 

Am 21. Oktober 2006 - 13:32 Uhr (Ortszeit):

Erfolgreicher Start beim in Las Cruses New Mexico

Das Team aus der Ruhrregion trat mit seiner Prototypkonstruktion bei der NASA- Entscheidung im Oktober 2006 in den USA erfolgreich an und errang den 3. Platz.

Seit Dezember 2005 planen und berechnen Techniker des Max-Born-Berufskollegs mit ihrem Kurslehrer Dipl. Ing. Jörn Lutat intensiv an der Entwicklung des Weltraumaufzugs. Das Weltraumaufzugteam steht in direkter Kooperation mit Professor Detlef H. Mache, Leiter der Bildungsinitiative Ing-Math-Net und Professor für Angewandte Mathematik in Bochum und seinem amerikanischen Kollegen Professor Maj Dean Mirmirani, vom Department of Mechanical Engineering an der California State University (Los Angeles), der gleichzeitig wissenschaftlicher Leiter verschiedener NASA-Projekte ist. Zusammen wurden die notwendigen Vorbereitungen für die Teilnahme an dem von der amerikanischen Spaceward Foundation der NASA ausgeschriebenen Konstruktionswettbewerb getroffen.

Ausgangspunkt war die seit Jahrzehnten bestehende Idee, dass die NASA auch Weltraumaufenthalte ermöglichen möchte, die eine kostengünstigere Alternative zu den derzeitigen Projekten darstellen. Die weit in die Zukunft weisende Idee, deren Machbarkeit man nun einen Schritt weiterkommen möchte, geht davon aus, dass der Weltraumfahrstuhl von einer Plattform, die sich an einem extrem stabilen Seil aufwärts bewegt, Frachten und Personen bis in eine geostationäre Umlaufbahn befördern kann. Die Idee, also Reisende mit einer Gondel an einem Seil hinauf ins All fahren zu können,  geht bereits auf den russischen Weltraumpionier Konstantin Ziolkowski (1857-1935) zurück. Ein Weltraumfahrstuhl könnte eine interessante und kosteneffizientere Alternative zu Raketen und Raumfähren sein - wenn sich hierbei noch die bestehenden technischen Probleme lösen lassen. Dies sind vor allem die Entwicklung eines Materials für das Tragseil, das beispielsweise aus superstabilen Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) besteht, sodass das Transportseil auch extremen Belastungen gewachsen ist.  Anderseits die Energieversorgung der Plattform von außen durch Solarenergie zu betreiben, die hier auch konkret bei der Prototyp-Konstruktion verwendet wird.

24. August 2006 - 17:59 Uhr: Erste Testfahrt des Weltraumaufzugs

Erstmalig erfolgreich stellte das Team seinen Prototyp des Weltraumfahrstuhls schon Ende August 2006 zahlreichen Medien und interessierte Schul-, Hochschul- und Industrievertreter vor. Im Oktober 2006 fand dann der abschließende "NASA-Konstruktionswettberwerb" in den USA statt. Dort erreichte das Max-Born Weltraumaufzugteam neben zahlreichen Hochschul- und Industrieteams den achtvollen 3. Platz.

Max-Born Weltraumaufzugteam:

Dipl. Ing. J. Lutat   -   Prof. Dr. habil. D.H. Mache  -  Prof. Dr. M.D. Mirmirani